2014

Erhalten und Gestalten. Unser Hauptplatz in Drosendorf.                                                                           KuKuK-Veranstaltung vom 22. März 2014.

 

Die erste Veranstaltung zur (Neu-) Gestaltung des Hauptplatzes in Drosendorf  ist sehr lebhaft und mit reger Beteiligung (insgesamt ca. dreißig Personen) verlaufen. Unser besonderer Dank gilt der Landschaftsarchitektin Christine Rottenbacher, die uns mit viel Feingefühl durch den Platz geführt hat und den aktiven „Mitspielern“ bei der Begehung des Platzes.  Danken möchten wir  auch Bürgermeister Josef Spiegl für seine Teilnahme an der Veranstaltung und die Darstellung seiner kontroversiell diskutierten Pläne für eine Busbucht.

Als wichtige Diskussionspunkte der Veranstaltung möchten wir  aus unserer Sicht  festhalten:


1.      Es bedarf einer Diskussion über die Funktionen, die unser Hauptplatz haben soll. Dabei geht es um  soziale Funktionen, um ökologische Fragen und um das einmalige kulturelle Erbe, das dieser Hauptplatz ebenso wie die historische Bauarchitektur besitzt. Der Hauptplatz ist ein symbolisches „Kapital“ für die Bewohner wie für die Besucher.

 

2.      Was wir brauchen, sind Pläne für eine Gesamtgestaltung. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Veränderungen des Hauptplatzes wie bisher unzusammenhängendes Stückwerk bleiben. Dabei dürfen heikle Themen wie etwa die Zukunft des für eine Auto-Ausstellung errichteten Pavillons oder die Frage einer neuen Brunnengestaltung kein Tabu sein.

 

3.      An der Gestaltung des Hauptplatzes sollten alle Bürgerinnen und Bürger, besonders aber die Bewohner  aktiv beteiligt sein. Bürgerbeteiligung ist heute ein Gebot der Stunde. Die Zeit der einsamen Entscheidungen von oben sollte doch endgültig vorbei sein!

 

4.      Was wir in den kommenden Monaten brauchen, sind Gesamtkonzepte und Pläne, die dann möglicherweise in eine Ausschreibung der Gestaltung der Gesamtanlange münden sollten, an der PlanerInnen, Gemeinde und Bevölkerung miteinander kommunizieren.

 

5.      Es besteht keine Notwendigkeit, die Gestaltung um die Pestsäule herum mit der etwaigen Einrichtung einer „Busbucht“ , die eine dauerhafte  Anwesenheit der Busse möglich machen würde, zeitlich zu kombinieren.  Schnell-schnell Entscheidungen, die zunächst als billig erscheinen mögen sind nicht geeignet, unseren Hauptplatz zu gestalten und zu erhalten. Was wir brauchen ist Zeit zum Nachdenken, zur gemeinsamen Kommunikation und zum gemeinsamen Handeln!

 

Die Veranstaltung begann mit einer von Christine Rottenbacher moderierten Begehung des gesamten Parks. Dabei wurden Fragebögen zu der sozialen, kulturellen und ökologischen Bedeutung verteilt. Von den vielen Anregungen, Ideen und Wahrnehmungen sind wir sehr beeindruckt, zeigen sie doch, wie wichtig vielen Menschen die Zukunft unseres Hauptplatzes ist! Im folgenden möchten wir die wichtigsten Antworten und Anregungen der anonymen Fragebögen wiedergeben.


Person A hält sich am liebsten am Kastanienbaum neben der Kirche auf. Sie besucht den Platz in Pausen, bei Einkäufen, als Treffpunkt  und auch für das Alleine-Sein. Sie findet, dass der Hauptlatz ein schöner und leicht begehbarer Ort ist und bedauert, dass er zu wenig genutzt wird. Was ihr negativ auffällt, ist der Autolärm. Sie hält sich bei jedem Wetter auf dem Hauptplatz auf und meint, dass Kastanienbäume und Rosen den Erholungswert des Platzes verbessern würden. Positiv sieht sie das Vorhanden-Sein von Tischen und Bänken. Wichtig für sie ist, dass der Platz frei von Hundekot bleibt.

 

Person B hält sich am liebsten in der Nähe der Rolandssäule auf, die über den Hauptweg leicht zu erreichen ist. Sie nutzt den Park, wenn es nicht regnet,  bei Einkäufen, um Leute zu treffen und um allein zu sein. Er ist für sie, aber auch für Kinder und ältere Menschen leicht erreichbar. Am auffälligsten für B ist der viele Staub. Naturgeräusche, Straßenlärm, Menschen und Wind sind die auffälligsten Geräusche. Bäume, Sträucher und Grasflächen würden die Beschaffenheit des Platzes verbessern. Als mögliche soziale Funktionen nennt B Kinderspiele, Treffen mit Bekannten, Rastplatz und Veranstaltungen. Ein Festival könnte zur sozialen Bereicherung beitragen. Vorgeschlagen werden auch „Genießerecken“. Als wichtige Grünbereicherung werden Wasser und passende Blumen genannt.

 

Person C hält den Platz für alle Personengruppen für gut begehbar und hält sich zumeist im oberen, größeren Teil des Platzes auf, vor allem in der Nähe des Stadtbrunnens und der dort befindlichen Tische und Bänke. Dieser Teil liegt auf dem Fußweg von ihrem Haus zu den diversen Geschäften am Platz. Als auffälligste Gerüche bezeichnet C die Autoabgase, während die Blüten von Bäumen und Pflanzen als angenehm empfunden werden. Auffällige Geräusche sind PKWS, Autobusse und Kirchenglocken sowie Vogelgezwitscher. Für die Verbesserung werden Bäume und Pflanzen angesehen. Als Beispiele für soziale Qualitäten nennt C Veranstaltungen im Freien (Bürgerfrühstück, Weinklang, Märkte und Feste). Wichtige Grünraumqualitäten sind für sie der alte Baumbestand und die Begehbarkeit des Parks. Zusätzliche Aktivitäten könnten für C sein: Begegnungsort, Freiraum für Kinder, Nutzung für Sommerfrischler und SeniorInnen. C schlägt eine Verkehrsberuhigung durch Einbahnstraßenregelung, starke Reduzierung des Busverkehrs sowie Gestaltung des unteren Teiles des Parks auch im Hinblick auf den Erhalt des Kindergartens vor.

 

Person D ist in Drosendorf gebürtig. Sie nutzt „meinen“ Park zu allen Jahreszeiten für Pausen, bei Einkäufen, zum Treffen und um allein zu sein. Die „ionisierte“ Luft am Abend und am Morgen sind für sie die auffälligsten Gerüche und besonders genießt D  die blühenden Bäume. Besonders auffällig ist für D die Baustelle rund um die Säule. Zu hören sind für Person D der Autolärm sowie vereinzelte Stimmen. Als Naturgeräusch hält sie den Wind in den Baumkronen fest. Fließendes Wasser („Brunnen“) wären für sie das zentrale Moment, um die Vegetation zu verbessern. Ein Brunnen wäre für sie zentral, um die ökologische Situation aber auch die sozialen und kulturellen Funktionen des Platzes zu verbessern. Sie wünscht sich viele Nutzer und Nutzungsformen, betont die Notwendigkeit  der Reinhaltung und plädiert für die Schaffung von Toiletten.

 

Person E sitzt am liebsten vor der Bank des Hauses. Wie die Personen A-D findet sie den Park gut begehbar und nutzt ihn, wenn es nicht regnet, für Pausen, Begegnungen und um allein zu sein. Der von ihr gewählte Platz sei besonders sonnig. Was ihr an Geräuschen auffällt, sind Autos, Hunde und Arbeiter, angenehm findet sie den Wind und die Vögel. Die soziale Qualität sieht E in der Begegnungsmöglichkeit. Perfekt wäre der Platz für sie ohne Straße.

 

Person F hat sich den ihrer Ansicht nach für alle gut zugänglichen Platz bei der Apsis- Stiege im Bereich der Stadtkirche gewählt, weil es dort so schön kühl ist und ruhig ist („Apsisruh“). Sie nutzt den Platz die ganze Jahreszeit bei Einkäufen, um Leute zu treffen und um allein zu sein. Auffällige Gerüche sind für Person F Moos, die Greisslerei sowie, nicht angenehm, Autotreibstoff, wahrgenommene Geräusche sind Autos, das Säuseln des Windes sowie Gesprächsfetzen von Menschen. Sie hätte gerne Sträucher mit Früchten zum Essen und Kosten. Als soziale Qualität nennt  sie das Bürgerfrühstück. Soziale Vorschläge für die soziale Bereicherung sind: Mühlespiele, kleine Märkte, Spiele, Essplatz für Jausen.

 

Person G hält sich gerne am Brunnen auf und hält den Platz gleichfalls für einfach erreichbar. Ihr Lieblingsplatz ist zentral und bietet Ruhe. Auffällige Gerüche sind G zufolge Frische, Blumen und Gras, die auffälligsten Geräusche sind  Vögel, Autos und Wind. Rosensträucher würden zu einer Verbesserung der Qualität beitragen. Wichtige soziale Qualitäten sind Weinverkostungen und Märkte. Gewünscht werden mehr soziale Veranstaltungen- G ist zufrieden mit dem Zustand des Parks und wünscht sich eventuell mehr Blumen.

 

Auch Person H meint, dass unser Hauptplatz gut erreichbar ist und möchte ihn durch „Ruhe, Kraft und Sein“ beschreiben. Sie fühlt sich von Platz bzw. von einem bestimmten Baum angezogen. Beim Sitzen werden Baumstamm und Rücken zu einer Einheit. Sie betont ganz allgemein die gute Luft. Die auffälligsten Geräusche für sie sind Rasenmäher, Gespräche und Vogelgezwitscher sowie der Wind. Wasser und Blumen würden die Qualität des Parks verbessern. Soziale Qualitäten sind für H Weinverkostungen und Verkaufsmärkte. Eine soziale Bereicherung wäre für sie ein Simmer-Café. Verbesserungsvorschläge sind: mehr Blumen (Stauden), mehr Farben, ein Wasserspring-Brunnen sowie bessere Beleuchtung an den Abenden und im Winter. Hervorgehoben werden Bäume, ein offener Platz sowie Wegerln.

 

Der Lieblingsplatz von Person I befindet sich am unteren Teil des Hauptplatzes gegenüber dem Gasthof „Goldenes Lamm“. Sie benutzt den Park vornehmlich bei schönem Wetter in der Pause und um allein zu sein. Sie sitzt gerne dort, weil es früher hier einmal Wasser gegeben hat. Wichtig für sie ist das Vogelgezwitscher. Ihr Lieblingsort ist nahe beim Gasthaus und zugleich ist es hier ruhiger als am übrigen Hauptplatz. Grünraumqualitäten sind für sie der Blick in Richtung Autendorf, der „best-blick“ des Sonnenuntergangs und auf die tollen Linden und ihre Wurzelstöcke. Fließendes Wasser und Sitzmöglichkeiten würden eine Bereicherung für den unteren Teil des Hauptplatzes bedeuten. Auch für I ist der Hauptplatz für alle Menschen gut erreichbar.

 

Person J nennt keinen spezifischen Platz, findet aber den Hauptplatz, den sie zu jeder Jahreszeit bei Einkäufen und als Treffpunkt nutzt,  den natürlichen Mittelpunkt der historischen Stadt. Auffällige Gerüche sind für sie der Benzingeruch und in der Baumblüte ein guter Duft über dem Platz. Geräusche stammen von Autos, von Menschen und im Sommer Wirtshaus-Geplauder. Ein besonderes Anliegen im Hinblick auf die Qualität des Platzes sind für sie die Bäume. Als soziale Qualitäten nennt sie Treffpunkt beim Einkaufen, beim Warten auf den Bus und beim Arztbesuch. Wichtige Grünraumqualitäten sind für sie Bäume, Gras und Blumen. Sie findet, dass der Platz recht intensiv genutzt wird.

 

Person K liebt das Kirchenplatzl zwischen Kirche und Blumen unter den drei Bäumen. Für sie strahlt der Platz Geborgenheit aus. Auffällige Geräusche sind für sie der Wind in den Bäumen, das Vogelgezwitscher sowie das Rumpeln beim Befahren des Kopfsteinpflasters, das sie im Gegensatz zu den ersten beiden Geräuschen als weniger angenehm empfindet. Für K sind die Bäume besonders wichtig. Als wichtige Funktionen nennt sie: Treffen von Freunden, Jausnen und kleine Märkte. Die Grünraumqualitäten hält sie für gering, weil sie größere Grundflächen gewohnt ist. Gegenüber sozialen Bereicherungen ist K skeptisch. Mit „muss“, schreibt sie, geht nichts. Jeder Platz finde von selbst seine Nutzungen. Im Sommer wünscht sie sich einen Eisverkaufsstand mit offenen Eisspezialitäten.

 

 

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